Archiv für Ansprachen, Anschreiben und öffentliche Briefe

 

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Das Ansprachenarchiv befindet sich z.Zt. noch im Aufbau!

Es ist auch vorgesehen dieses Archiv, auch um Vorträge zu erweitern, die bei Veranstalungen und Treffen der DGG Kassel e. V. gehalten wurden.

Leider werden, aus Urheberrechtsgründen, nicht alle gehaltenen Vorträge eingebracht werden können.


Inhalt des Ansprachenarchivs


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2014


 

 

2014 Beitrag 1 von 1

Ansprache unseres Ehrenvorsitzenden, Herrn Dr. med. Elias Lymberopoulos zu unserem Jubiläum: 20 Jahre Deutsch-Griechische Gesellschaft Kassel.


 

20 Jahre Deutsch-Griechische Gesellschaft Kassel

1993 wurde unsere Gesellschaft auf Initiative des heutigen Ehrenvorsitzenden, Herrn Dr. med. Elias Lymberopoulos, gegründet.

Am 1. November 2013 haben wir das Jubiläum, u.a. im Bürgersaal unserer Stadt, gefeiert.


Pressebericht - Auszug aus der HNA vom November 2013

 


 

Hier die Ansprache unseres Ehrenvorsitzenden Herrn Dr. med. Elias Lymberopoulos:


"Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Frau Bergholter, sehr geehrte Frau Dr. Skarpelis-Sperk, sehr geehrter Pater Nirakis, liebe Mitglieder der DGG, Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Das Jahr 2013 markiert eine wichtige Station der Geschichte Kassels!In diesem Jahr sind besondere Ereignisse eingetreten, die unsere Stadt bereichert haben.

Am 18. Februar 913 wurden am Hof von König Konrad den I., im damaligen Chasala, zwei Urkunden ausgestellt. Sie waren die ersten Dokumente für die Existenz Kassels. Damit wurde Kassel dieses Jahr 1100 Jahre alt.

Dieses große Ereignis wurde am 18. Februar im Kongress Palais sowie in der Festwoche vom 13.-22. September gewürdigt.

 


Liebe Freunde,

Kassel als Stadt im Zentrum Deutschlands, sogar Europas, erlebt in der letzten Zeit eine rasante Entwicklung.

Im Jahr 2011 war Kassel die Stadt mit der höchsten dynamischen Entwicklung.

Kassel belegt auch eine der ersten Plätze was die Wohnqualität betrifft, denn die Documentastadt bietet vielseitige und reichliche Angebote in Kultur, Museen, Studium, Sport, Ausstellungen, eine gute Verkehrsverbindung und vor allem zwei wunderschöne grüne Oasen, die Aue und den Bergpark Wilhelmshöhe.

Und gerade der Bergpark mit den Wasserspielen und dem Herkules hat dieses Jahr die höchste Auszeichnung der UNESCO erhalten.

Es wurde als Weltkulturerbe anerkannt.

Das UNESCO Kommitee würdigte den Bergpark als einzigartige Kulturlandschaft.

Die Wasserkünste seien ein einmaliges Beispiel der Wasserbaukunst und der Herkules, als Krönung des Parks, sei technisch und künstlerisch die anspruchsvolle Großkultur der frühen Neuzeit.

 


Liebe Freunde!

Herkules, der das Wahrzeichen der Stadt Kassel ist, ist nicht nur allein der Ausdruck der Kraft und Ästhetik.

Er verkündet von seiner Höhe über die ganze Stadt seine Lehre, sein zeitloses Didagma, dass das Hauptziel unseres Lebens, die Suche nach der Tugend sein soll.

Herkules ist dem Weg der Tugend gefolgt, der Tugend, die die hohen Werte des griechischen Geistes beinhaltet. Sie sind ausgedrückt als Tapferkeit, Gerechtigkeit, Besonnenheit und Frömmigkeit.

Neben dem Herkules beherbergt der Bergpark den Apollotempel und das Schloss Wilhelmshöhe mit einer ausgezeichneten Antikensammlung.

Daher ist Kassel mit dem griechischen Geist bereichert. Unter anderem, aus diesem Grund, haben meine Familie und ich nach unserer Ankunft in Kassel im Jahr 1980 uns hier heimisch gefühlt.

Demzufolge, haben wir zusammen mit Freunden, am 17.05.1993 im Restaurant Odysseus, die DGG hier in Kassel gegründet. Ich wurde zu der Zeit als Vorsitzender gewählt.

Hauptziele unserer Gesellschaft sind:

- die Vertiefung der Freundschaft und die Pflege des kulturellen Erbes beider Völker.

- die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen die, die Beziehung zwischen   Deutschen und anderen Nationen fördern wollen.

 - das Einsetzen für soziale Belange der Griechen in Deutschland.

In diesem Zusammenhang war einer, der ersten Aktivitäten unserer Gesell-schaft, die Sanierung des symbolträchtigen Apollotempels im Bergpark.

   

Apollon wurde besonders in Delphi geehrt, wo der berühmte Spruch"erkenne Dich selbst" stand.

Dieser Spruch war eine Aufforderung für Kultur und Erziehung des Körpers und des Geistes, weil der Mensch ein psychosomatisches Wesen ist.

Diese Schrift war auch eine Aufforderung zur Einsicht, denn unser Egoismus, die Hybris, ist die Quelle des Bösen und führt zu Ungerechtigkeiten.

Apollon war der Gott der Gerechtigkeit, der die Hybris bestrafte. Außerdem, war er der Gott der Kunst, der Poesie, der Musik und der Medizin.

In den Wintermonaten glaubte man, dass der mythische Apollon nach den Norden Europas zu den frommen Hyperboröen auswanderte.

Das war der Grund warum hier in Kassel die gastfreundlichen Bewohner Kassels den Apollotempel für seine Unterkunft gebaut hatten.

Durch einen großen Einsatz unserer Gesellschaft, unter der Leitung von Herrn Kalden, dem Initiator und Projektleiter, mit Unterstützung der Presse, Spendern, Sponsoren, dem Land Hessen und mehreren Benefizveran-staltungen, die von unserer Gesellschaft organisiert wurden, wurde die Restaurierung des Tempels erreicht.

Das symbolträchtige Kleinod, welches auch den Bergpark schmückt, wurde als Logo unserer Gesellschaft eingeführt.

Nach der Restaurierung des Tempels hatten wir die Absicht uns mit den sozialen Belangen unserer Mitmenschen zu befassen.

Die Gelegenheit dafür ereignete sich im 1999, als die Westtürkei von einem verheerendem Erdbeben mit vielen Opfern heimgesucht wurde.

Um unsere Solidarität in Not zu erweisen, hatten wir durch eine Spendenaktion den Betrag von ca. 10.000 DM gesammelt, womit wir fünf große Zelte gekauft und dem Erdbebengebiet verschickt hatten.

Außerdem, hatte unsere Gesellschaft, unter dem Engagement meiner Frau, ein Benefizkonzert im anthroposophischen Zentrum am 23.10.1999 veranstaltet.

Schirmherr dieses Konzertes war der damalige Oberbürgermeister Herr Lewandowski gewesen.

Der exzellente Pianist, Herr Urwalov, zusammen mit anderen hochkarätigen Interpreten aus Deutschland, der Türkei und Griechenland, hatten mit Ihren unübertroffenen künstlerischen Fähigkeiten das zahlreiche Publikum begeistert mitgerissen.

Bei dieser Veranstaltung wurden ca. 10.000 DM eingesammelt.

Es war eine große Genugtuung für unsere Gesellschaft, dass das von Erdbeben zerstörte Waisenhaus in Izmit mit diesem Geld und mit finanzieller Unterstützungdes Fördervereins"Ärzte und Patienten helfen Kinder in Not"und besonders der Stadt Kassel, wiederaufgebaut und in Betrieb genommen wurde.

 


Liebe Freunde!

In den letzten Jahren ist unser Augenmerk wegen der Finanzkrise mit Sorge nach Griechenland gerichtet.

Für diese Krise in Griechenland tragen die Verantwortung, größtenteils und in erster Linie, die Politiker aus beiden Parteien, Neue Demokratie und PASOK, die das Land regiert haben.

Es ist ein großes Rätsel, dass diese Politiker das Problem nicht rechtzeitig erkannt und dem entgegengewirkt haben.

Auch die sogenannte Troika, als Vertretung der Geldgeber, hat auch gravierende Fehler erst in letzter Zeit zugegeben.

Sie haben zum Beispiel direkt nach der Einführung der radikalen Sparmaßnahmen mit einer Arbeitslosigkeit von 14% gerechnet, jetzt liegt sie weit über das Doppelte und bei den Jugendlichen bei 60%.

Offensichtlich wurde dem kranken"Patienten", gemeint ist Griechenland, eine zu hohe Dosierung des Medikamentes verabreicht. Die Folge war Kreislaufkollaps.

Ökonomisch gesehen: Rezession, eine nie dagewesene Armut und soziale Unruhen.

Viele Leute, darunter ganze Familien, sind obdachlos, junge Leute wandern, auf der Suche nach Arbeit, aus.

Etwa 500.000 werde durch staatliche und besonders durch kirchliche Einrichtungen mit Nahrungsmitteln versorgt.

In diesem Zusammenhang, haben wir heute bei uns Herrn Pater Emmanuel Nirakis.

Er ist Vorsitzender der Gemeinde "Agia Zoni in Athen" und betreibt dort eine Suppenküche. Dieses Vorhaben wird auch von unserer Gesellschaft unterstützt.

Durch eine Spendenaktion wurde bis jetzt 10.000 €  (Stand 2018 - weit über 40.000€) gesammelt und laufend an die Suppenküche "Agia Zoni" überwiesen.

Dafür danken wir ganz herzlich allen Spendern aus dem Kassler Bereich und besonders unserem Vorsitzenden, Herrn Pfarrer i. R. Burkhard Meyer, der sich für diese Aktion tatkräftig eingesetzt hat.

 


Liebe Freunde!

Neben den oben genannten Tätigkeiten bietet unsere Gesellschaft eine Reihe von Aktivitäten wie:

Vorträge mit Themen aus der Philosophie, Geschichte, Theologie und Archäologie mit der Kooperation der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst   und Wissenschaft unter der Leitung von Herrn Professor Gercke.

-  Bildungsreisen in Deutschland und in Griechenland.

-  Griechischer Sprachunterricht, in der Volkshochschule, durch unser Mitglied Frau Katja Düster.

Griechische Volkstänze für Erwachsene, unter der Leitung von Frau Gabriele Fricke und für Jugendliche unter der Leitung von Frau Anthoula Grigoriadou, unserer Jugendbeauftragten - leider nicht mehr im Verein, da vor einigen Jahren verzogen.

Letztendlich, regelmäßiges Treffen unserer Mitglieder, einmal monatlich, mit Imbiss, Gesprächen, Musik und Volkstanz.

 



Liebe Mitglieder unserer Gesellschaft,

wir haben jeden Grund unser 20jähriges Jubiläum mit Stolz zu feiern, besonders meine Familie und ich, als Initiatoren zur Gründung unserer Gesellschaft.

In diesem Zeitraum hat unsere Gesellschaft hier in Kassel sich einen Namen gemacht. Aus diesem Grund blicken wir mit Genugtung in die Zukunft !

Als Ehrenvorsitzender wünsche ich meinem langjährigen Freund, Herrn Pfarrer i. R. Meyer, von Herzen weiterhin ein gutes Gelingen. 

Vielen Dank an Frau Dr. Skarpelis-Sperk, die Präsidentin des Dachverbandes der Deutsch-Griechischen Gesellschaften, die mit Ihrer Anwesenheit die Jubiläumsfeier unserer Gesellschaft geehrt hat.

Genauso vielen Dank den Vorsitzenden und Vertretern der DGGs aus Hannover, Saarbrücken und Weimar.

Vielen Dank gebührt auch der Presse, die uns immer in unseren Aktivitäten begleitet und stark unterstützt hat.

Einen herzlichen Dank auch an Herrn Helbig, dem Vorsitzeden der Städtischen Werke, für das finanzielle Mitwirken an diesem Abend.

 


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Hilgen!

Wir danken Ihnen ganz herzlich für Ihre Gastfreundlichkeit.

Ich bin fest davon überzeugt, dass Sie dieses Jahr zweifellos in der Gunst des Schicksals stehen!

Die Documentastadt wurde dieses Jahr mit außerordentlichen Ereignissen bereichert, unter anderem mit der Anerkennung des Bergparkes, den Wasserspielen und dem Herkules als Weltkulturerbe sowie:

- mit der Eröffnung des neuen Flughafens,

mit einem prachtvollen Hessentag,

- mit dem Angebot des Medizinstudiums in Kassel,

auch mit dem Jubiläum "1100 Jahre Kassel", das glanzvoll gefeiert wurde,

- das 200jährige Jubiläum der Brüder Grimm Märchen,

- und heute, das 20jährige Jubiläum unserer, im Vergleich, sehr jungen Gesellschaft.

Einzige Ausnahme der oben genannten erfreulichen Geschehnisse, stellt die Bombadierung Kassels am 22.10.1943 dar.

Ein Datum, das vom Gedächtnis so mancher Einwohner Kassels 70 Jahre danach noch nicht erloschen ist.

In den Tagen danach bot die Stadt einen Anblick der Verwüstung. Ein Kassler Bürger, der viele Angehörige verloren hatte, saß verzweifelt zusammen mit seiner Tochter, die übrigens Patientin bei mir war, auf den Trümmern seines Hauses.

Plötzlich sah er einen leuchtenden Gegenstand in den Trümmern. Es war eine Medaille. Auf der einen Seite war die Kreuzigung, auf der anderen Seite die Auferstehung Jesus Christi abgebildet.

Das war eine ausdrucksvolle Botschaft der Hoffnung, offensichtlich ein Zeichen des Friedens.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen Frieden und alles Gute für unsere Gesellschaft, für die Stadt, das Land und die ganze Welt!